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28. Juni 2013, 15:56

Tag der Weigerung

Plakat Tag der Weigerung

In Zeiten des Dauerstresses stellt man sich schon einmal die Frage, weshalb man eigenlich soviel Stress hat. Ich bin der Überzeugung, dass viele unserer praktischen täglichen Helfer in Wahrheit dafür verantwortlich sind.

Während man früher nur fernmündlich erreichbar war, wenn man sich in der Nähe eines Festnetzes befand – und andere auch wussten, um welches es sich dabei handelte – ist man heute oft 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche erreichbar. Klar, ich muss nicht abheben, ist beim Handy aber ein Klingelton eingestellt, reißt mich das Läuten trotzdem aus dem heraus, was ich gerade mache. Auch ist die Versuchung sehr groß, schnell einmal Mails oder Facebook-Einträge auf dem Smartphone zu checken.

Seitdem die meisten Leute ein Auto besitzen sparen wir sooo viel Zeit. Die eingesparte Zeit wird aber schnell mit einkalkuliert – wir vergessen dabei nur zu oft auf Leerlaufphasen und unternehmen so in derselben Zeit mehr ohne Pufferzonen zu haben, in denen wir uns ausrasten können. Das erzeugt Stress.

Wie lange sitzt man eigentlich heutzutage pro Woche vor dem Rechner? Wenn dies von Seiten der Arbeit auch noch gefordert ist, kommt ein ganz schönes Sümmchen zustande. Einerseits ist man am Rechner auch der Versuchung ausgesetzt, ständig seine E-Mails und Social-Media-Profile zu checken, andererseits vernachlässigt man dadurch oft die notwendige Bewegung. Darüber hinaus beobachte ich oft bei mir, dass ich mich im Internet verliere. Ein Link führt zum nächsten – und schon ist wieder viel Zeit vergangen, die ich besser hätte nutzen können!

Ich habe mich nun entschlossen – versuchsweise einmal an einem Tag – auf diese drei Störenfriede zu verzichten. Den 28. 7. 2013 verbringe ich ohne die Annehmlichkeiten dieser Geißeln unserer modernen Gesellschaft. Und ich lade euch ein, mir dabei Gesellschaft zu leisten!
Darüber hinaus würden mich eure Stressfaktoren interessieren. Wenn euch welche unter den Fingernägeln brennen, teilt sie mit uns!

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Kommentare

01. Juli 2013, 12:04 Laufen statt liken

von: Manu

Da find ich den Ansatz von Düringer recht nett. Pro Tag 50 Minuten Internetnutzung/PC-Nutzung, und wenn er davon z.B. nur 20 Minuten am Rechner sitzt, nutzt er die "übrigen" 30 Minuten für Bewegung.
Ich hatte ja mal versucht, regulär einen Tag pro Woche ohne Computer auszukommen. War eine schöne Zeit, leider bin ich rückfällig geworden.

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29. Juli 2013, 21:34 Der Tag danach

von: CwB, www.andersleben.at

Zur Einstimmung auf den Tag der Weigerung habe ich die gesamte letzte Woche ohne Auto, Smartphone und ohne privaten Computergebrauch verbracht. Ein paar Eindrücke möchte ich an dieser Stelle mit euch teilen.

Tag 1: Radwechsel will gelernt sein.
Nachdem sich mein Hinterreifen rechtzeitig mit Beginn meines Vorhabens aufzulösen begann, musste gleich am Montag ein neuer her. In der Mittagspause erworben wollte er nach der Arbeit auch sofort montiert werden – eine Stunde später sollte ich bereits in Linz sein. Die Montage und der Weg nach Linz sind sich gerade noch zeitgerecht ausgegangen – die Qualität der Montage musste aber dann am Abend noch zweimal verbessert werden. Jetzt weiß ich auch, dass es bei Fahrradreifen eine Laufrichtung gibt und dass man das Ventil nicht zu früh festschrauben sollte.

Tag 4: Gratis Flugstunden.
Nach elf Uhr abends am Radweg. Im schwachen Schein meiner Fahrradlampe liegt der Radweg vor mir. Oder ist es etwa doch eine Gabelung, auf die ich schnurstracks zurase? Der von mir praktizierte Lösungsansatz war eine Notbremsung mit inkludiertem Frontal-Abstieg. Obwohl ich durch Zufall so gut wie unverletzt blieb, hat sich dieser Ansatz meiner Meinung nach nicht bewährt, das nächste Mal versuche ich auf jeden Fall einen anderen!

Tag 5: Genug ist nicht genug.
Im Geschäft frage ich mich, ob denn die ganzen Produkte, die in meinem großen Einkaufswagen liegen, in meinen kleinen Rucksack passen. Frei nach dem Motto „wird schon irgendwie gehen“ lenke ich den Wagen zur Kasse, bezahle und versuche die Einkäufe im besagten Rucksack unterzubringen. Bis auf eine Packung schaffe ich das sogar – auch wenn seither die Naht meines Rucksacks nicht mehr ganz so makellos aussieht. Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der überzähligen Packung in einer Hand fahre ich nach Hause – diesmal zum Glück bei Tag und ohne Abstieg.

Tag 6: Sie haben die Route verlassen.
Das hätte mein Smartphone vermutlich von sich gegeben, wenn ich es in Verwendung gehabt hätte. So musste ich selbst dahinterkommen, dass ich – Zug und Schnellbahn bereits souverän hinter mir gelassen – in die falsche Richtung losgegangen war. Die Trainingshalle für das samstägliche Kendo-Salzburg-Training lag in der anderen Richtung. Zum Glück hatte ich genügend zeitlichen Puffer eingerechnet und gelangte – nebenbei bemerkt durch eine sehr schöne Landschaft schlendernd – noch rechtzeitig zum Trainingsort.

Tag 8: Das Glas ist halb leer.
Okay, der Tag der Weigerung war gestern – und somit hat auch mein einwöchiger Selbstversuch gestern geendet. Aber heute, als ich mit dem Rad nach Hause gefahren bin, hat es zu regnen begonnen. Gerade genug, dass ich durchnässt wurde, aber zu wenig, um die Regentonne auch nur ansatzweise aufzufüllen. Die ist weniger als halb leer. Aber da ich diese Zeilen schreibe höre ich heftigen Regen – vielleicht füllt sich die Tonne ja über Nacht. Dann wäre ich nicht vollkommen unnütz naß geworden! Naja, irgendwie schon, aber ich will mir das jetzt schönreden! ;-)

Mein Fazit
Das Ziel, durch den Verzicht weniger Stress zu haben und bewusster zu (er-)leben, habe ich erreicht. Somit war das sicher nicht mein letzte Tag der Weigerung!

Kommentare

29. Juli 2013, 22:04 Bag for a bag

von: Manu, http://noshadows.blogspot.com

Das passiert mir auch immer wieder, dass mein Einkauf zu groß für meine Tasche ist. Als eiserne Reserve hab ich da immer ein Stoffsackerl dabei - ist nicht besonders elegant, damit auf dem Rad heimzutorkeln, aber es funktioniert doch immer irgendwie ;-)

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