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Tagebuch

23. Dezember 2017, 23:55 Auf den Spuren eines Chocolatiers

Weihnachten steht vor der Türe, das Fest des Lichts, des Friedens ... und der Kalorien. Viele überschätzen zwar die Gewichtszunahme während der Weihnachtszeit. Die TeilnehmerInnen einer amerikanischen Studie1 nahmen während dieser Zeit im Schnitt 0,37 kg zu. Bei einer jährlichen Zunahme von 0,62 kg dürfte die Weihnachtszeit trotzdem einen beträchtlichen Beitrag bei der Gewichtszunahme leisten. Auch raffinierter Zucker steht in der Weihnachtszeit hoch im Kurs – und der enthält kaum Vitamine oder andere Nährstoffe.

Eine gute Alternative sind getrocknete Zwetschgen. Diese enthalten 41 g Zucker pro 100 g und nebenbei auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe2. Wer nicht gänzlich auf Schokolade verzichten oder weniger raffinierten Zucker verschenken will, ist mit Schoko-Zwetschgen gut beraten.

Schoko-Glasur: ein Erfahrungsbericht

Nachdem ich im Handel nur Rumpflaumen, jedoch keine anti-alkoholischen Bio-Schoko-Zwetschgen finden konnte, habe ich mich selbst als Chocolatier versucht. Beim Einkaufen fand ich auch keine Kuvertüre in Bio-Qualität. Deshalb begnügte ich mich mit einer 100 g-Tafel Alnatura Vollmilchschokolade (ohne Palmöl), welche ich über 200g Lihn Bio-Pflaumen zu gießen gedachte.

Zuhause angekommen, versuchte ich, mit den vorhandenen Küchenutensilien die Schokolade zu schmelzen. Ich füllte einen Topf bodenbedeckt mit Wasser und stellte ein Glas hinein. In das Glas legte ich die Schokolade-Stückchen, gab den Deckel darauf und schaltete den Herd ein.

Die Zeit verging, das Wasser begann zu sieden und das Glas hüpfte wie verrückt im Topf hin und her. Auch nach längerer Zeit war die Schokolade zwar weich, jedoch nicht flüssig genug, um die Zwetschgen damit zu übergießen. Ich mutmaßte, dass der Boden des Glases zu dick sein könnte, um die Wärem gut weiterzuleiten. Kurzerhand füllte ich die Schokomasse in eine Edelstahl-Schüssel. Eisen leitet Wärme sehr gut. Diese stellte ich auf den Topf und gab den Deckel darauf.

Nun hieß es wieder warten. Einige Male hob ich aus Ungeduld den Deckel. Die Konsistenz der Schokolade veränderte sich über die Zeit jedoch nicht. In meiner Verzweiflung goss ich etwas Milch dazu. Es handelte sich ja um Milchschokolade. Ich verrührte sie mit der Schokomasse und siehe da: plötzlich war das Ganze flüssig genug, um die Zwetschgen darin einzutunken. Gesagt, getan: eine nach der anderen bekam ihren Schokoguss.

Foto: Schokozwetschgen
Die fertigen Schoko-Zwetschgen

Als sich die meisten Zwetschgen bereits in Schoko-Zwetschgen verwandelt hatten, stieß ich unabsichtlich an die Schüssel. Der im Topf gefangene Rauch wurde befreit und es roch verbrannt. Tatsächlich befand sich kein Wasser mehr im Topf und der Boden war angebrannt.

Sogleich nahm ich ihn vom Herd und vollendete eilig die letzten Zwetschgen. Ohne die Wärme von unten wurde die Schokolade nämlich rasant fester und drohte in der Schüssel zu bleiben. Nachdem meine kleinen Werke etwas abgekühlt waren, ging es für sie ab in den Kühlschrank. Ausgekühlt sahen die fertigen Schoko-Zwetschgen dann schon recht gut aus. Wie hitzebeständig sie sind, muss ich aber erst noch herausfinden.

Die Moral von der Geschicht’: Passt die Konsistenz nicht, kann etwas Milch helfen ... und es empfiehlt sich, immer aufzupassen, dass genügend Wasser im Topf ist!

Quellen

1
Yanovski, J.A., Yanovski, S.Z., Sovik, K.N., Nguyen, T.T., O’Neil, P.M. & Sebring, N.G. (2000). A Prospective Study of Holiday Weight Gain. In: The New England Journal of Medicine, 342, 861–867.
2
Heseker, H. & Heseker, B. (2014). Die Nährwerttabelle. 3. völlig überarbeitete Auflage. Neustadt an der Weinstraße: Umschau. S. 62

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31. Jänner 2017, 15:02 Wasserverbrauch im Norden des Tschad

Eine kleine Infografik, die ich gerade erstellt habe. Sie vergleicht, wie viel Trinkwasser wir in Österreich verbrauchen, wie viel Wasser ein Expeditionsteam, das mit dem Auto unterwegs ist, für den Tschad täglich einplant, wie viel Wasser bei einer Kameltour zur Verfügung steht und womit die im Norden beheimateten Tubu an manchen Tagen auskommen müssen.

Infografik: Vergleich 130 Liter Wasserverbrauch pro Tag in Österreich und 0,5 bis 6 Liter im Tschad

Eine Flasche entspricht einem Liter Wasser.

Quellen

  • Wasserberbrauch in Österreich: Fakten zum Wasserverbrauch
  • Wasserverbrauch im Tschad: Interview mit dem Projektleiter Sonderforschungsbereich 806 „Unser Weg nach Europa“, Teilprojekt „Klima-Archive der Sahara“ an der Universität zu Köln.

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19. November 2016, 00:22 Naher Osten im Netz(werk)

2014 haben sich Susanne Klaiber und Ann-Kathrin Wetter, zwei Redakteurinnen der Huffington Post, mit der politischen Situation im Nahen Osten beschäftigt. Das Resultat: eine Tabelle, die die Feindschaften, Freundschaften und Partnerschaften der Akteure zeigt. Diese war unser Ausgangspunkt für eine Projektgruppenarbeit zur sozialen Netzwerkanalyse. Hier drei unserer Visualisierungen:

Visualisierung Beziehungen im Nahen Osten

Die Netzwerke zeigen deutlich, dass sich unsere erste Hypothese – die Religion sei ein Indikator für Freund- oder Feinschaft – als unwahr herausgestellt hat. Vielleicht würde eine Visualisierung wirtschaftlicher Faktoren die Situation besser beschreiben.

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