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31. Dezember 2012, 20:48

Fertig!

Silvesterbrot

Das letzte Brot für dieses Jahr ist gebacken. Roggen-Dinkel-Brot mit Sauerteig geführt. Das letzte Mal Laufen für dieses Jahr ist auch schon vorüber und das letzte Statement auf andersleben für dieses Jahr ist somit auch geschrieben.

Vorsatz gibt es nur einen: morgen trete ich die Reise zurück in die Kindheit an – am 1. 1. mache ich wie damals keine Pläne, ich mache nur, was mich freut, rufe keine E-Mails ab und schalte das Handy auf Flugzeugmodus. Keine Verpflichtungen und Versuchungen an diesem Tag.

Apropos laufen: letzte Woche, kurz nach Weihnachten, als ich abends bei ca. 6 °C laufen war, habe ich noch gedacht, dass der zusätzliche Pullover eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Und schwups war ich mitten in einer Assoziationskette, die ich heute wieder aufgriff, als ich – diesmal bei -1 °C – laufen war. Heute war ich übrigens froh um den Pullover, heute hätte die Bewegung alleine nicht ausgereicht, um mich warmzuhalten. Zumindest nicht Bewegung in meiner Geschwindigkeit ...

Ich dachte an unsere lang der Vergangenheit angehörenden Vorfahren, die bei diesen Temperaturen in Höhlen übernachteten, nur mit einem Fell bekleidet und neben einem knisternden Feuer. Der Mensch ist schon eine sonderbare Laune der Natur. Ohne Fell, mit im Vergleich zu anderen Tieren bescheidenen Kräften und ohne lange Krallen und Zähne hat er es trotzdem geschafft, diese zu vertreiben, zu töten und zu versklaven. Während ich so vor mich hin-sinniere, entferne ich mich von den Lichtern der Stadt und laufe in die Dunkelheit. Heute ist es im Vergleich zu letzter Woche tatsächlich dunkel und ich muss aufpassen, nicht über Hindernisse zu stolpern. Letzte Woche war mir, als ob die Lichter der Stadt den Weg zumindest genug erhellten, damit ich diesen erkennen konnte, aber heute vermögen das nicht einmal die eigentlich zu früh abgefeuerten Silvester-Raketen, da meine Sicht vom Nebel – oder war es bereits Rauch? – beeinträchtigt wird.

Dann versuche ich mir vorzustellen, wie es wäre, wenn ich Angst vor wilden Tieren haben müsste, die jeden Augenblick aus dem Wald springen und mich anfallen könnten. Schnell halte ich Ausschau nach unserer Hündin, die mich begleitet, und rufe nach ihr. Eine unbegründete Angst, hat doch der Mensch den Wolf bereits vor langer Zeit aus dieser Gegend vertrieben oder ausgerottet und muss ihn heute durch den Jäger ersetzen, um den Wildbestand zu regulieren ...

Dann kommen die Schuhe an die Reihe. Heute habe ich ordentliches Schuhwerk an, nicht meine Fivefingers. Somit muss ich mir keine allzu großen Gedanken über den Untergrund machen. Weder können spitze Steine meinen Sohlen noch große Steine meinen Fersen wirklich gefährlich werden. Der frühe Mensch hatte auch diesen Luxus nicht. Schon erstaunlich, wie umfassend der Mensch die Natur zu unterdrücken sucht und wie selbstverständlich das schon geworden ist!

Einen guten Rutsch wünsche ich uns allen und ein Gewahrwerden sowie eine Aussöhnung mit der Natur, bevor diese uns die Freundschaft aufkündigt!

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