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14. Mai 2012, 19:08

Große Tassen von Vorteil

In der aktuellen Ausgabe von GEOkompakt werden unter anderem die psychischen Implikationen bei der Lebensmittelwahl thematisiert. Beim Einkauf werden zirka zwei Drittel der Entscheidungen erst unmittelbar im Geschäft – also vor dem Regal – gefällt. Diese sind dann durch unbewusste Erinnerungen von Emotionen, die wir mit den Produkten verbinden, beeinflusst. [1] Ich nehme an, dass diese auch durch Werbung entstehen können.

Ganz wichtig für unsere Entscheidungen ist auch das Elternhaus. Werden uns als Kind bestimmte Lebensmittel schlecht dargeboten oder haben unsere Eltern eine erkennbare Abneigung dagegen, verinnerlichen wir dies und werden dadurch mehr oder weniger unbewusst beeinflusst. [1] Ein weiteres Indiz für die Rolle, die das Elternhaus spielt: dicke Kinder stammen zu 90 Prozent aus „dicken Familien“. [2]

Einerseits lässt uns unsere Neophobie an Bewährtem festhalten – darüber hinaus ist es auch bequemer, einem Automatismus zu folgen, andererseits versuchen wir unseren Körper davor zu schützen, immer nur die selben Nährstoffe aufzunehmen, indem wir die Vielfalt bevorzugen – sofern das Risiko vertretbar ist. [1]

Personen, die sich benachteiligt fühlen, versuchen anscheinend durch große Portionen Wohlstand zu signalisieren und somit ihren vermeintlichen Nachteil auszugleichen. Und siehe da: ihnen wird prompt von ihren Mitmenschen ein höherer sozialer Status beigemessen, als wenn sie die kleinere Portion gewählt hätten. Die Größe des Behältnisses, in dem sich ein Lebensmittel befindet, beeinflusst hingegen unsere Wahrnehmung: große Teller lassen die Portion klein erscheinen und uns deren Menge unterschätzen. [1]

Quellen:

[1] Bertram Weiß, Mit der Kraft des Unbewussten, in: GEOkompakt Nr. 30, S.33 f.
[2] Prof. Dr. Dunitz-Scheer, Wie Kinder essen lernen, in: GEOkompakt Nr. 30, S.47

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