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23. September 2008, 23:51

Ãœberwachungsstaat und Verkehrsgeschichten

Ãœberwachungskamera

Samstag. Städtische Sauna Innbruck. Leider erst beim Verlassen derselben erblicken wir ein dem links abgebildeten Schild recht ähnliches. Die Sauna wird aus Gründen der Sicherheit videoüberwacht. Sehr bedenklich. Sind wir nun im Adam- und Eva-Kostüm permanent gespeichert? Kann sich Big Brother jederzeit unsere blanken Hinterteile anschauen? Etwas mehr Privatsphäre wünsche ich mir doch - auch in einer öffentlichen Sauna!

Derselbe Tag, Innenstadt. Was lacht uns vom Bankomat entgegen? Auch dieser wird per Video überwacht. Nicht weit davon entfernt, ein öffentlicher Platz. Das selbe Schauspiel. Da stellt sich fast schon die Frage, wo man nicht überwacht und gefilmt wird!

Sonntag. Wall-E gibt's in der Vorpremiere. Verblüfft sitzen wir vor der großen Leinwand und können nicht fassen, wie gesellschaftskritisch ein Kinderfilm sein kann! Eine derartige Aussage sucht man bei den meisten Filmen für Erwachsene vergeblich! Einen Gedanken daraus möchte ich hier festhalten: Wir verlassen uns schon so sehr auf unsere technischen und kulturellen Erfindungen, dass wir ohne diese nicht mehr überleben könnten. Wer kann sich schon ernähren, wenn man das Essen nicht im Supermarkt erwerben kann? Und leider ist dieses Szenario in unserer derzeitigen Situation durchaus realistisch...

Vor zwei Wochen waren wir in Prag - selbstverständlich wegen Kendo ;-)
Auf dem Weg dorthin ist mir aufgefallen, wie die vielen Verkehrszeichen, die sich auf unseren Straßen befinden, einen dazu verleiteten, sich blind auf sie zu verlassen. Frei nach dem Motto "wenn eine Höchstgeschwindigkeit angegeben ist, kann ich diese auch fahren". Ein sehr gefährlicher Gedankengang!

Ich befürchte, dass Verkehrszeichen dazu verleiten können, mit dem Nachdenken aufzuhören - es hat bereits ein anderer darüber nachgedacht, deshalb muss ich das nicht mehr machen. Wenn es nun sehr viele davon gibt - so wie es auf unseren Straßen der Fall ist - ist das nicht nur unübersichtlich, sondern eben auch gefährlich! Verkehrszeichen verleiten uns, auf selbständiges Denken und Handeln zu verzichten.

Einige Eigenheiten auf Tschechiens Straßen lernte ich auch kennen. So ist es etwa üblich, dass das Fahrzeug, das überholt wird, dem, das überholt, so gut es geht Platz macht. So weicht man auf den Pannenstreifen aus, damit der andere auch bei Gegenverkehr überholen kann! Eine ganz neue Erfahrung, denn bisher habe ich dem, was hinter mir passiert, nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die es an diesem Wochenende erforderte.

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Kommentare

24. September 2008, 15:31 der Mainstream

von: Sari

Der Mainstram der Kinos tendiert zur Zeit stark in eine Richtung. "Wanted" beispielsweise propagiert, es sei edel und gerecht, Menschen zu töten. Die Elite unserer Gesellschaft sind Auftragskiller, die für das Wohl aller im Auftrag der Regierung handeln.

Doch um welche Menschen handelt es sich, die da ausgeschaltet werden sollen, um andere zu retten? Wer bestimmt, wer gefährlich ist?
Ist schon jener gefährlich, der anders denkt? Diese Grenzen kann wohl niemand ziehen.

Man sollte ".. dem Menschen nur das in die Seele legen, von dem man sich wünscht, dass es für immer darin bleibt.." So ein japanisches Zitat, dass mir sehr gut gefällt.

Ich frage mich, ob Kinder den Film "Wall-E" im erkenntnistheoretischen Sinn verstehen und was ihre Seele davon mitnimmt, für die Gesellschaft brauchbar verwertet.
Interessant war auch der Abspann, nach Erich v. Dänikens Theorie.

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