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27. September 2009, 16:25

Entplastifizierung - ein Selbstversuch

I'm a barbie girl, in a barbie world. Life in plastic, it's fantastic!
 

(Aqua - Barbie Girl)

Plastik-Gegenstände auf der Wiese
Plastik aus unserer Küche

Wir wurden durch den Film "Plastic-Planet" wach gerüttelt - siehe Plastik Glumpat - und haben daraufhin beschlossen, unsere Wohnung nach Plastik-Artikeln zu durchsuchen.

Zu aller erst haben wir uns in der Küche umgesehen - da wird schließlich das Essen zubereitet und ist daher erster Ansatzpunkt, um den direkten Kontakt von Plastik mit Essen zu verhindern.

Die Mineralwasser-Flaschen haben wir schon aus der Küche und aus unserer gesammten Wohnung verbannt.

Welche Plastik-Gegenstände befinden sich sonst noch so in unserer Küche?

  • Salatgabeln
  • Kochlöffel
  • Messbecher
  • Tupperware
  • Bio-Abfall-Kübel
  • Lichtschalter und Steckdosen
  • Geschirrspühler, Kühlschrank, Kaffemaschine, etc.

Danach ging es auf zum Supermarkt, um nach Ersatz zu suchen. Für die ersten drei Punkte auf meiner Liste haben wir auch auf Anhieb einen solchen gefunden. Salatgabeln und Kochlöffel aus (Oliven-)Holz und ein Messbecher aus Glas wanderten schnell in unseren Einkaufswagen. Bei der Tupperware gestaltete sich die Suche schon schwieriger. Glas? Da haben wir Bedenken, wenn es ums Einfrieren geht, außerdem bricht es leicht und wiegt mehr als Plastik, für die Aufbewahrung in Schränken ist es aber genauso gut geeignet. Bei den Elektrogeräten muss man aber schließlich aufgeben, denke ich. Welche ohne Plastik zu finden ist wohl unmöglich!

Dann stellt sich uns noch die Frage, welche Lebensmittel-Verpackungen aus Plastik sind und ob man sie vermeiden kann. Ich schaue also in den Kühlschrank und die anderen Schränke der Küche - und da finde ich:

  • Joghurtbecher
  • Wurst und Fleisch in Plastik-Bechern
  • Käse in Cellophan-Folie
  • Tiefkühlbeutel
  • Verpackungen von Süßwaren

Zurück im Supermarkt, wir suchen weiter nach Alternativen. Joghurt im Glas gibt es, ich finde zwei Sorten. Joghurt der Marke Landliebe und Toni's Schafmilch Joghurt. Bei letzterem ist der Deckel leider aus Plastik. Die Auswahl ist also stark eingeschränkt, Bio-Produkte gibt es hier nur im Plastik-Becher. Wir stehen vorm Wurst- und Fleisch-Regal. Alles in Plastik verpackt. Fleischfresser kommen dem Plastik wohl nicht aus? Wir gehen weiter zur vegetarischen Käse-Theke. Auch hier alles in Plastik verpackt! Ein kleiner Schwäche-Anfall. Ich stütze mich auf dem Griff vom Einkaufswagen ab. Moment, der ist auch aus Plastik! Süßigkeiten ohne Plastikverpackung sind schwer zu finden und eine Alternative für Tiefkühlbeutel ist uns noch nicht eingefallen. Vielleicht gibt es ja in einem andern Geschäft verrottbare Beutel, aus Stärke.

Dann fiel mir noch ein, dass ich täglich meine Zähne putze - auch mit Plastik. Eine Zahnbürste ohne Plastik? Haben wir nicht. Und dann wären da noch die Linsen, die ich mir tag-täglich über meine Augen stülpe - ganz zu schweigen vom Interieur des neuen Autos, das auch in diversen Kunststoffen erstrahlt.

Mein Fazit? Ein Anfang ist gemacht - ein ganz kleiner. Alle anderen Räume wollen noch überprüft werden, genauso wie unsere Kleidung. Aber mit dem Plastik verhält es sich wohl so wie mit Bio: der stete Tropfen höhlt auch den großen Stein. Von heute auf morgen ist das nicht möglich. Nach Jahrzehnten mit Plastik ist uns ja gar nicht mehr bewusst, wo das Material überall vorkommt!

Zu guter Letzt noch eine kleine Hausaufgabe an euch: Haltet mal in euren Wohnungen Ausschau nach Plastik - und lasst uns an euren Funden teilhaben!

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Kommentare

27. September 2009, 20:50 .

von: f.

Ja auf jeden Fall ein sehr guter Ansatz und schon oft angedacht da auch was zu machen. Aber schon wenn ich an meinen morgigen Tag denke: Plastik, wo ich mein Frühstück aufbewahre, ja das Zähneputzen und dann zumittag das einkaufen von einem Aufstrich in Plastik drinen und einem Käse in Plastik. Was macht man da?

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29. September 2009, 08:50 Lichtschalter und Steckdosen aus Keramik/Bakelt/Porzellan.

von: Golyat

Wie frueher, noch zu Grosselternzeiten. Bewaehrt, robust und NICHT aus Plastik. Lichtschalter und Steckdosen aus Keramik/Bakelt/Porzellan.

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30. September 2009, 12:20 rätsel

von: Sari

Gute Frage: was macht man da?

Nach Möglichkeit den Aufstrich und den Käse kaufen, der nicht im Plastik verpackt ist? Das Fleisch beim Fleischer kaufen und in selbst mitgebrachte Behälter packen lassen, anstatt Plastiksackerl, alternativen aus Bio-Verpackungen verwenden, die kompostierbar sind? Ich denke da an Mais- und Kartoffelstärkesackerl. Ach, wo wir schon beim Kompost sind: Mir fällt ein, dass unser Komposter im Garten auch aus Kunststoff ist. Müssen wir den also auch austauschen.... Und da sind auch noch die Sackerl für die Hundehäufchen - die sich ebenso gut mit kompostierbaren Materialien ersetzen lassen. Diese Sackerl aus Stärke sind meiner Erfahrung nach sehr schwer zu beschaffen. Selbst der Interspar (der hier in Linz echt groß ist) hat nur eine Sorte, mit 5 stück auf einer Rolle, die € 2,50 kostet. Eine Unverschämtheit!

Man sollte all die Mehrkosten, die den Personen entstehen um ihr Leben weniger Krebs- Allergie- und Impotenzfrei gestalten zu können, der Industrie zurückverrechnen. Ich denke, dann würden sie auch schnell auf kompostierbare Alternativen zurückgreifen.

Ansonsten vertrete ich die Weltanschauung, dass alles was man wirklich "will" auch machbar/möglich ist. Es erfordert eben strenge zu sich selbst und einen Willen, der fest hinter dem Entschluss steht. (Diese Denkweise ist uns heute sehr fremd). Mann muss bereit sein, eventuelle Einschränkungen im Alltagsleben in Kauf zu nehmen. Wenn man retrospektiv auf diese Handlungen zurückblickt, handelt es sich bei diesen Einschränkungen immerhin um Verbesserungen.

Vielleicht ist auch ein gesellschaftliches Umdenken notwendig und die Erkenntnis, dass ewige Ästhetisierung, Idealisierung und Ökonomisierung nicht immer von Vorteil sind.

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30. September 2009, 12:26 link

von: Sari

zum thema plastikmenschen:

Belastung der Kinder durch Weichmacher, Bericht des ORF

Kommentare

01. Oktober 2009, 17:49 Öfters feucht aufwischen

von: CwB, www.andersleben.at

Wie in dem von Sári gefundenen Artikel des ORF zu lesen ist, setzen sich die Phthalate auch im Hausstaub ab.
Phthalate befinden sich in beträchtlicher Menge in vielen Produkten und können mit der Zeit ausdampfen (z.B. aus dem Fußboden, aus Tapeten, o.ä.), weshalb es laut Gundi Lorbeer vom Umweltbundesamt zu einer so hohen Konzentration im Hausstaub kommt.

Laut Wikipedia besteht der gemeine Hausstaub übrigens aus Hautschuppen, Fasern, Haaren, Gesteinskörnchen, Pflanzenteilchen, toten und lebenden Hausstaubmilben mit ihrem Kot, Bakterien, Viren, Schimmelpilzen und Schadstoffen. Bei letzterem Punkt werden die Weichmacher aus Teppichböden als Beispiel genannt...

Ein weiterer Eintrag für die Anti-Plastik-Liste: die Regentonne :-(

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