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22. April 2008, 00:50

Menschlichkeit und die moderne Technik

schattiger Baum

Letzte Woche beim Zug-fahren. Einige Personen unterhalten sich angeregt. Das hat zur Folge, dass sie auch etwas lauter werden. Andere Fahrgäste fühlen sich dadurch gestört. Ist das, was sie gerade machen, so wichtig, dass sie dabei nicht gestört werden dürfen? Moment, was heißt eigentlich sie? Auch ich bin davon betroffen. Eigentlich möchte ich diesen Artikel fertig lesen. Aber warum kann ich das nicht? Andere Geräusche sind viel lauter. Stimmen üben anscheinend - zumindest auf mich - eine größere Faszination aus als andere Geräusche und absorbieren sofort die - oder nur meine? - Aufmerksamkeit...

Der Artikel, den ich lesen wollte, handelte übrigens vom Schlaf - von luziden Träumen genauer gesagt. Das sind Wachträume, Träume, in denen man sich bewusst ist, dass man träumt und die man auch steuern kann. Meine Frage dazu: Luzide Träume hat man, während man schläft. Da sollten wir uns aber eigentlich entspannen, weshalb wir auch das Bewusstsein verlieren. Luzide Träume befinden sich nun aber an der Grenze zwischen Wachen und Schlafen. Ist ein solcher Traum trotzdem erholsam? Diese Frage wurde in dem Artikel leider nicht beantwortet. Dafür kam mir das Bild vom Tagträumen unter Bäumen in den Sinn...

Noch eine Begebenheit im Zug: Auf der Digitalanzeige des übrigens sehr schönen und geräumigen neuen Waggons konnte man in großen Lettern lesen: "Haben Sie auch nichts vergessen?", begleitet durch ein Taschen- und ein Schirm-Symbol. Jetzt lässt diese Nachricht aber mindestens zwei Deutungen zu.
Zuerst einmal diese: Steht Ihr Gepäck eh nicht gerade irgendwo unbeaufsichtigt im Zug herum? Nicht, dass es jemand stielt - oder mit einer Bombe verwechselt!
Die zweite Deutung, die mir ad hoc einfällt: Haben Sie Ihr Gepäck zuhause vergessen? Ätsch, Pech gehabt! Der Zug fährt ja schon!
Welche wohl die richtige ist?

Heute ist mir dann eine Werbung für eine Videobrille unter die Augen gekommen. Und ich zitiere: "... Die eingebauten Spiegeflächen sorgen dafür, dass der Nutzer trotzdem auch weiterhin nach vorne schauen kann ..." Zitat Ende.
Vorgeschlagen wurde, dass man sogear während dem Gehen fernsehen kann. Geistige Verschmutzung auf höchstem Niveau - und das zu jeder Zeit! Schrecklich!

Off-Topic: Wasserkocher-Contest, die Fortsetzung: Donnerstag vergangener Woche war ich zum ersten Mal im Bio-Supermarkt auf der Landstraße. Und was hat sich da meinen ungläubigen Augen offenbart? Eine Instant-Miso-Suppe. Nur heißes Wasser drüber und fertig! Gekauft, gemacht. Das Resultat war nicht einmal so schlecht. Selbstverständlich kein Vergleich mit einer frisch zubereiteten, aber als Alternative zu den belegten Brötchen des Bäckers gar nicht übel. ;-)

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Kommentare

22. April 2008, 09:10 Klarträume

von: Dany

Hatte erst letzte Nacht so einen Klartraum:

Ich war in der Firma und plötzlich hörte ich Schüsse und alle sind zusammen gezuckt. Manche haben sich geduckt. Dann waren da Schreie und plötzlich stand er in der Tür zu unserem Bereich bei IB - der Amokläufer - mit einer Waffe in der Hand und einem Blick, der allen siganlisierte, dass er außer Kontrolle war. Wirre Worte kamen aus seinem Mund und die Waffe, die er mit beiden Händen umfasste zitterte heftig. Er riss sie von einer Person zur anderen und drückte dann einfach ab. Einmal, zweimal. Leute vielen zu Boden, Schreie, schmerzerfülltes Stöhnen... Panik.
Ich saß unter meinem Schreibtisch und hatte fürchterliche Angst. Ich wünschte mir, ich wär zu Hause geblieben und sagte mir immer wieder:"Das kann doch gar nicht wahr sein..." Dann hörte ich das quietschen seiner Schuhe, als er näher kam. Er stand vor dem Schreibtisch, ich konnte seine Beine sehen, unruhig wechselte er von einem Fuß auf den anderen, ging ein Stück zurück und wieder vor und dann sah ich, wie er langsam seine Knie beugte - er wusste, dass ich da war.
In dem Moment stand es mir frei eine Entscheidung zu treffen, ich konnte mich ruhig verhalten, und hoffen, dass ich mich getäuscht hatte, oder ich würde so schnell ich konnte an der Seite des Tisches hervorkriechen und hinauslaufen, oder... in Sekundenschnelle stand ich auf, drückte den Arm, in dem er die Waffe hielt auf die Seite, drehte ihm die Hand um und nahm die Pistole selbst in die Hand. Ich schrie ihn an, er sollte sich auf den Boden legen mit dem Gesicht nach unten und sich ja nicht bewegen, oder ich würde schießen...

In dem Moment (während Maria die Polizei und Rettung anrief ;) wurde mir bewusst, dass das kein normaler Traum war. Ich habe selbst nachgedacht, was ich tun sollte und eine Entscheidung getroffen. Natürlich war ich der Held, wie es für einen Traum so typisch ist, aber ich war nicht nur einfach Zuseher, ich habe selbst entschieden. Meine Arme waren immer noch ganz angespannt, von der Waffe, die ich in meinen Händen hielt und mein Herz raste. - Das war kein Traum, es war ein Abenteuer.

Ich bin mir sicher, dass Träume, die von uns selbst gesteuert werden, bei weitem nicht so erholsam sind. Hin und wieder kann so ein Abenteuer sehr spannend und interessant sein, aber im Normalfall, möchte ich mich im Traum doch lieber nur fallen lassen um nicht am nächsten Tag mit einem ordentlichen Muskelkater aufzuwachen. *g*

Hier noch ein Link mit Infos:
http://de.wikibooks.org/wiki/Klartraum:_Einleitung

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22. April 2008, 09:22 Mehr Klarträume

von: E.

Bei meinen luziden Träumen muss ich mich schlussendlich zum Munter-werden zwingen! Man weiß, dass das nur ein Traum ist - oder doch nicht!? Angst macht sich breit! Der einzige Weg, die Wahrheit herauszufinden, ist sich aufzuwecken - und das ist ein irrer Kraftakt.

Du spürst deinen Körper, kannst ihn jedoch nicht zum sich bewegen bringen. Du willst schreien, tust es auch, jedoch kommt kein Laut dabei zustande! Das ist bei mir immer mit Angst verbunden, sodass ich mich nachher nicht mehr einzuschlafen trau'.

Wenn man mit dieser Traumform umgehen kann, ist das sicher eine gute Möglichkeit, in's Hinterstübchen des Gehirns zu schau'n. das habe ich leider nicht drauf.

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22. April 2008, 14:22 traumdeutung

von: Sári, www.kendo-tirol.com

Träume sind interessant! Und damit ich auch meinen Senf abgegeben habe, folgendes: Lt. Traumdeutung könnte man Dany´s Traum so auslegen:

Ein gewalttätiger Angriff von außen erfolgt direkt und unmittelbar auf die Mitarbeiter, du kannst dich eben noch gerade retten, in dem du dich versteckst. Der Tisch ist dabei als Symbol der kreativen Tätigkeit zu sehen. Du versteckst dich direkt unter deinen kreativen Hilfsmitteln und Fähigkeiten und erahnst von dort die Bewegungen deines Feindes. (Überlege, wer der Feind sein könnte...) Gut, dass du entschieden hast dich zu verteidigen!

Problematisch werden solche Träume, wenn der Träumende es nicht wagt, aufzustehen. Selbst bei einer gewaltsamen Tötung im Traum gibt es Abhilfe: Sag dir im Traum, du bist unsterblich! So kannst du beliebig oft ermordet werden. Manche führen nach einem solchen Kampf sogar ein persönliches Gespräch mit dem Angreifer um so mehr über sich selbst und den Angreifer zu erfahren.

Interessant finde ich auch, dass der Angriff in der Arbeit statt findet. Das Projektil ist eine gewaltsame Dynamik, die von außen nach innen dringt. Ich würde sogar behaupten, dass es sein könnte, dass der "Terrorist" ein Kunde oder sonstige Personen aus dem direkten Arbeits-/Umfeld sind. Demnach wäre die Beziehung zu diesen und die persönliche Rolle in der Gemeinschaft (Verteidigerin) zu hinterfragen. (Eigen- und Fremdwahrnehmung).

Selbst solche Träume lassen sich entspannter träumen, sobald man sich im Traum bewusst wird, dass es sich eben "nur" um einen Traum handelt. Auf diese Weise lässt sich jede Handlung im Traum aktiv mitgestalten.

Im Traum wird das Unterbewusste frei und gelangt zum kreativen Ausdruck.

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22. April 2008, 22:16 Pros und cons luzider Träume

von: CwB, www.andersleben.at

Sollte der Terrorist tatsächlich aus dem Arbeitsumfeld kommen, könnte das durchaus bedeutsam sein... und eventuell auch das Arbeitsklima negativ beeinflussen. Lass dir das von jemandem mit terroristischer Erfahrung sagen! ;-)

Luzide Träume werden übrigens auch von Sportlern genutzt, um bei Abläufen ihre Koordination zu verbessern. Die Kondition und Muskeln müssen sie sich selbstverständlich auf andere Weise holen, die Koordination kann man damit aber anscheinend verbessern.

Da luzide Träume geistig anstrengender sind als "normale" Träume, ist es vermutlich empfehlenswert, diese in einem zusätzlichen Schlaf zu evozieren. Somit kommt man nicht um den entspannenden Schlaf.

Um sich im Traum bewusst zu machen, dass es sich "nur" um einen Traum handelt, muss man aber in der Lage sein, einzugreifen. Wenn man das schafft, ist man meiner Vermutung nach nicht mehr weit davon entfernt, die gesamte Handlung so zu beeinflussen, wie man es gerade möchte. Ein Problem dabei kann auch sein, dass man sich oft nicht sicher ist, ob man wacht oder träumt... zumindest kenne ich diese Situation.

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28. April 2008, 13:18 Filmtipp

von: Claudia

Zu dem Thema von mir ein Filmtipp: Die packende Story von Vanilla Sky (Cameron Crowe) behandelt das Thema Träume. Mindestens genauso empfehlenswert das Original: Abre los ojos von Aljandro Amenabars. (http://de.wikipedia.org/wiki/Vanilla_Sky)

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