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22. April 2018, 23:42

Nachbars Treibhausgas

Unsere Treibhausgas-Emissionen sind zu hoch, heißt es. Ist von Emissionen pro Kopf die Rede, werden aber meist die in einem Land produzierten Emissionen mit den BewohnerInnen ins Verhältnis gesetzt. Wollen wir wissen, wie viel Emssionen wir tatsächlich verschulden, greift dieser Ansatz zu kurz. In der globalen Konsumgesellschaft kaufen wir schließlich auch Produkte aus anderen Ländern. Der neue Elektronikartikel lacht uns im Online-Shop an, die Südfrüchte oder Lebensmittel mit Palmöl werben im Supermarkt um die Ecke um unsere Aufmerksamkeit.

Für die eigene Treibhausgas-Schuld zählt der Blick auf die konsumorientierten Emissionen. Den 80 direkt in Österreich produzierten Megatonnen CO2-Äquivalente stehen 123,7 Megatonnen gegenüber, bei denen auch Importe berücksichtigt wurden:

konsumbasierte CO2-Emissionen

ÖsterreicherInnen verursachen also 21,5 Tonnen Treibhausgas-Emissionen pro Kopf und Jahr. Diese können beinahe zur Hälfte der Industrie und den Dienstleistungen zugeschrieben werden:

CO2-Emissionen nach Sektoren

Für das 2 °C-Ziel errechneten die AutorInnen des Sondergutachten 2009 des WBGU eine jährlich tolerierbare Pro-Kopf-Emission von 1ner bis 2,7 t CO2. Bedenkt man die derzeitigen Emissionen der ÖsterreicherInnen, ist das eine anspruchsvolle Aufgabe.

Daten der Grafiken:

Steininger, K.W., Munoz, P., Karstensen, J., Peters, G.P., Strohmaier, R. & Velázquez, E. (2018). Austria’s consumption-based greenhouse gas emissions: Identifying sectoral sources and destinations. In: Global Environmental Change 48, 226–242.

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